Die Neuentdeckung der unternehmerischen Verantwortung im Digitalen

Von 15. Oktober 2018News

Der aktuelle PR Report liegt auf dem Tisch. Ich wurde im Vorfeld zu einem Thema interviewt, das mir seit einigen Jahren – genauer gesagt seit 2015 – sehr am Herzen liegt: die unternehmerische Verantwortung in einer digitalisierten Gesellschaft, kurz Corporate Digitial Responsibility (noch kürzer CDR).

Ich habe das Thema 2015 als ein wesentliches Zukunftsthema innerhalb der Digitalisierung identifiziert und die Top-Level-Domains geschützt, um einen vorregulativen Diskursraum zu diesem Thema – eine kuratierte Kampfzone der Ideen – zu eröffnen. Diesen werden wir in den kommenden Monaten im Vorfeld des Digital Gipfels als erstes internationales digitales Magazin unter dem Dach der Initiative D21 publizieren.

In dem Interview waren mir ein paar Grundgedanken zur CDR besonders wichtig:

  • CDR und C(S)R sollen nicht als Gegensätze oder überschneidungsfrei verstanden werden. CDR sollte aus meiner Sicht nur für eine bestimmte Zeit als ein Sonderthema betrachtet werden, um sich kritisch mit den bestehenden Denk- und Handlungsmustern der CR zusammen- und auseinander zu setzen. Nur so – denke ich – können wir ein CDR Verständnis entwickeln, das sich aus der Zukunft und nicht aus der Vergangenheit ableitet.
  • CDR ist ein junges Thema. Es gibt noch nicht genug Erfahrungen, die als Beispiele „guten Handelns“ zur Orientierung bzw. Nachahmung dienen können. Was es braucht ist der Wettstreit guter Ideen, so dass gesellschaftlich Gewünschtes und unternehmerisch Leistbares „verhandelt“ werden kann. Genau für diese „Kampfzone der Ideen“ will unser Digitales Magazin der Chronist sein. Nicht mit einer Perspektive von vielen Jahren, sondern schon im Ansatz befristet. Nämlich genau so lange, wie es braucht, um CDR in einer kritischen Menge von Unternehmen nachhaltig zu verankern.
  • Die Annäherung an eine CDR sollte dazu führen, dass Unternehmen neue Kompetenzen entwickeln und bestehende Kompetenzen weiterentwickeln, um die Konsequenzen erster, zweiter und dritter Ordnung der Digitalisierung zu bewerten.

Ich freue mich, dass das Thema CDR seit Ende 2017 in der Diskussion angekommen ist. Politik und Unternehmen suchen den Austausch. Ich durfte zum Beispiel am 27.September bei einer ganztägigen Tagung mit Staatssekretär Gerd Billen aus dem BMJV sprechen, der bereits Mitte des Jahres in einem zuerst einmal kleinen Kreis von Unternehmen sehr unterschiedlicher Branchen einen Dialog eröffnet hat, um die Gestaltungsmöglichkeiten der CDR zu erörtern. Ich hoffe, dass diese Phase des „vorregulativen Dialogs“ noch ein wenig andauert, so dass es nicht zu schnell zu einer Kodifizierung und Normierung der CDR kommt.

Demnächst informieren wir Sie unter www.corporate-digital-responsibility.de über die unternehmerische Verantwortung im Digitalen!

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