Warum barrierefrei denken?
Die wirtschaftliche, kulturelle und gesamtpolitische Bedeutung von barrierefreien oder -armen Dokumenten im digitalen Kontext nimmt zu. Seit 2007 beeinflusst diese Entwicklung nachhaltig die Kommunikation und Veröffentlichung von wichtigen Dokumenten, Studien oder Reports. Grund für diese Entwicklung ist unter anderem der steigende Altersdurchschnitt der Gesamtbevölkerung, sowie das Behindertengleichstellungsgesetz. Langsam, aber stetig wird aufgrund der steigenden Nachfrage die Barrierefreiheit zur Praxis.

Daher steht als wichtiger Aspekt der Digitalisierung die Barrierefreiheit von Webseiten und Dokumenten ganz oben für ein inklusives, modernes Denken und strategisches Ausrichten von Kommunikation. Zudem sind öffentliche Institutionen und Bundesbehörden verpflichtet ihre Dokumente barrierefrei zur Verfügung zu stellen.

Mehr als nur ein Vorteil
Barrierefreie Dokumente an sich sollen prinzipiell für Menschen mit einer Behinderung zugänglich sein, als auch für Menschen ohne Behinderung.

Die Reichweite eines Dokumentes und deren Inhalte wird effektiv erhöht, weil diese Dokumente, beispielsweise für Sehbehinderte mit Hilfsmitteln wie Screen Readern, nun ausgelesen werden können. Darüber hinaus profitieren auch andere Nutzergruppen wie gehörlose oder schwerhörige NutzerInnen von der Barrierefreiheit z. B. einer Studie.

Barrierefreie und -arme Dokumente erzielen in Suchmaschinen, wie Google, höhere Positionierungen, denn die automatische Indexierung über die Meta-Daten fällt deren Crawlern leichter oder initial ermöglicht. So werden diese Dokumente in der Suchmaschinenoptimierung berücksichtigt und erreichen einen heterogeneren Leserkreis.

Schritt für Schritt barrierefrei
Voraussetzung für eine erfolgreiche Umsetzung eines barrierefreien oder -armen Dokuments als PDF ist die sorgfältige Vorbereitung des Dokuments. Die Entscheidung für Barrierefreiheit fällt bereits vor der Umsetzung, da eine nachträgliche Optimierung im Sinne der Barrierefreiheit deutlich kosten- und zeitaufwendiger ist.

Wir wenden einen dreistufigen Prozess im engen Zusammenspiel mit dem Kunden an: Von der Vorbereitung des Dokuments über die redaktionelle Begleitung bis hin zur Umsetzung und Prüfung arbeiten wir im stetigen Austausch miteinander, um das bestmögliche Ergebnis zu erzielen.

Am Beispiel des D21-Digital-Indexes 2020/2021 zeigt sich die Komplexität und Relevanz einer durchdachten Strukturierung und Lesereihenfolge.

Lena-Sophie Müller, Geschäftsführerin der Initiative D21 e.V., betont die Relevanz der Barrierefreiheit: “Mit dem D21-Digital-Index wollen wir allen ermöglichen, sich ein aktuelles Lagebild der Digitalisierung in Deutschland zu machen. Das funktioniert nur dann, wenn auch Menschen mit Einschränkungen die digitale Version nutzen können. Mit mc-quadrat haben wir in diesem Jahr den überfälligen Schritt dazu gemacht und das Dokument grundlegend barrierearm aufgebaut.“

Hier wurden bereits bei der Designentwicklung und der Erstellung des Dokumentes etwaige Fallstricke berücksichtigt. Das geht über bloße Farbkontraste hinaus und betrifft auch die Grundstruktur des Dokuments. Ausführliche Alternativtexte für komplexe Grafiken mussten geschrieben werden, um die Inhalte nachvollziehbar widerzugeben. Barrierefreiheit bedeutet demnach auch einen erhöhten redaktionellen Aufwand.

Trotz aller Mühen ist aber auch dieses Dokument nicht 100% barrierefrei. Der Anspruch ist so barrierearm wie möglich zu sein. Ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung und gut, dass wir ihn gemeinsam mit der Inititative D21 e.V. gehen konnten. „Wir haben dabei schon viel gelernt und wissen jetzt viel besser, worauf es ankommt. Aber wir befinden uns noch in einem Prozess, denn wir können sicherlich noch vieles besser machen. Für uns ist ganz klar, dass wir Barrierefreiheit nun viel stärker mitdenken werden als in der Vergangenheit – denn unsere Vision ist, dass alle bestmöglich von der Digitalisierung profitieren können.”, freut sich Lena-Sophie Müller.

Zukünftig sollte die Barrierefreiheit eine Routine bei der Dokumentenerstellung sein, sodass wir möglichst vielen Menschen den Zugang zu vielfältigen Informationen ermöglichen.

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