Die 6. Delicious Riding Tour – Petrus ausgetrickst und Lukullus gefrönt

Von 19. Juni 2018News

25 Gourmetbiker auf 21 Motorrädern – so viel wie noch nie – nahmen am 10. Juni 2018 an der 6. Delicious Riding Tour teil. Wie immer ging es früh los. Wir wollten ja viel Zeit für Gaumenfreuden und Kurvenlage haben. Neu war aber schon die Kategorie der ersten Station, denn Cynthia Barcomi ist mit ihrem schon legendären Barcomi‘s nominiert als Kiezmeisterin. Und das völlig zu Recht. Das Frühstück war nicht nur lecker, sondern wie bei jeder Tour fast zu üppig. Und unterhaltsamer als Cynthia kann man den eigenen Werdegang vom Finanzierungsgespräch bis zur TV-bekannten Buchautorin kaum erzählen. Ein perfekter Startpunkt.

Und damit wären wir schon bei der nächsten Neuerung unserer Tour: Zum ersten Mal hatten wir zwei professionelle Tourguides dabei. Ronald und David. Denn eine Gruppe aus über 20 Bikes braucht Platz. Nicht nur nebeneinander beim Parken, sondern auch hintereinander auf der Strecke. „Sollbruchstellen“ war dann auch das Schlüsselwort, mit dem sich Ronald an der Spitze und David an elfter Position einordneten. Schon an der ersten Ampel wurde klar, dass das die perfekte Idee war, um die Fahrfreude für alle zu erhalten. Gruppenteil 1 fuhr einfach weiter in südlicher Richtung aus der Stadt. Wir anderen folgten dann ebenso ungebremst mit einer Ampelphase Abstand. In einem kurvenreichen Schwung ging es in südwestlicher Richtung nach Werder an der Havel. Es war warm, eher heiß und sonnig. Aber die flotte Fahrweise unserer Guides sorgte für Fahrtwind und damit Abkühlung. Die letzten Meter Kopfsteinpflaster durch die Altstadt von Werder führten uns dann direkt ans Ufer der Havel. Angekommen im wunderbar gelegenen Terrassenbereich der „Alten Überfahrt“ nahmen wir unter großen Schirmen an den für uns liebevoll eingedeckten Tischen Platz. Keine Minute zu früh, denn auch Petrus war wieder ungefragt und uneingeladen zur Delicious Riding Tour erschienen und grüßte mit einem sanften Sommerregen. Diesen genossen wir mit einem Lächeln ebenso wie den ersten Gang, den uns Patrick Schwatke aus der Küche von Thomas Hübner servierte. Beide zelebrieren hier im Herzen Werders mit Charme und Lässigkeit eine ambitionierte, aus der Erfahrung ihrer Arbeit in vielen Topadressen geprägte Küche mit lokalen und internationalen Inspirationen. Patrick Schwatke ist zudem ein alter Bekannter, denn schon bei der ersten Tour waren wir bei ihm zu Gast. Damals war er noch im Kochzimmer in Beelitz und hielt sich im Hintergrund. 2016 übernahm er die „Alte Überfahrt“, baute sie um, richtete sie neu ein und entschied sich dafür, die Gastgeberrolle zu übernehmen und die Küche in die Hände von Thomas Hübner zu geben. Nach vier leichten, sehr milden Gängen wissen wir, dass hier ein kulinarisches Kleinod entstanden ist. Wir werden wiederkommen. Während wir das Essen genossen und mit Patrick und Thomas plauderten, hatten unsere Guides die Regenradarfilme mit professionellem Blick studiert und sind zu dem Schluss gekommen, dass wir auf der geplanten Route nach Nordosten schön mit den Regenwolken mitfahren würden. Also wurde kurzerhand eine neue Tour geplant und wir starteten gen Süden in Richtung nördlichen Spreewald. Die kommenden rund 130 Kilometer boten dann auch alles, was man sich auf zwei Rädern im Umland von Berlin erhoffen darf: Kurvenreiche Alleen, schöne Überlandstrecken mit Blick auf sonnenverwöhnte Felder, romantische Seen und mit einer Fährenüberfahrt inklusive einer Gruppe Harleyfahrer eine weitere Prämiere. Wer uns vorbeiziehen sah, konnte unsere Gruppe mit Augen und Ohren genießen.

Zwischendurch scheint uns Petrus dann doch noch einholen zu wollen, aber der alte Trick „Regenkombi anziehen, dann regnet es garantiert nicht“ klappte auch dieses Mal. Völlig trocken trudelten wir von Süden kommend nach Berlin ein und sammelten uns vor dem Restaurant am Steinplatz. Auch hier waren wir 2015 schon einmal. Damals stand Markus Zimmer in der Küche und wir genossen ein fulminantes Frühstück. Heute begrüßte uns das Team von Nikolas Hahn mit einem freundlichen Lächeln und perfekt eingedeckter Tafel vis a vis der offenen Küche. Und was hier gezaubert wird, macht deutlich, dass Nikolas Hahn seinen Weg durch mehr als fünf Sternerestaurants gemacht hat und jetzt als Küchenchef zeigen will, was er kann. Jeder Gang überzeugte und überraschte. Komposition und Intensität stimmten und steigerten sich mit jedem Gang. Wir genossen und ließen den Tag noch einmal Revue passieren. Fazit: Es hat allen wieder viel Spaß gemacht, es war ein Hochgenuss und es war sicher nicht die letzte Delicious Riding Tour. Der Dank geht an das BMW Motorradwerk Berlin und die BMW Niederlassung Berlin, an das Meisterköche-Team von Berlin Partner und an Dr. Stefan Elfenbein für seine Tipps und Empfehlungen.

Hinterlasse eine Antwort