20 Jahre mc-quadrat oder der „Blick zurück nach vorn“

Von 2. April 2017 News

_53B8661_teambildUnternehmen entstehen in der Regel aus zwei Gründen: Entweder man kann etwas so gut, dass als logische Konsequenz die Unternehmensgründung folgt oder man sieht sehr genau hin, wo ein echter Bedarf besteht und sucht nach der Marktlücke, die die Chance verspricht, etwas Neues zu denken und aufzubauen.

Als wir mc-quadrat gegründet haben, war da ein weißer Fleck auf der Landkarte zwischen Unternehmensberatungen und Werbeagenturen.
Die einen waren noch mit Themen wie Reengineering und Lean Management beschäftigt und die anderen sahen sich vor allem als kreative Gestalter und hatten wenig Interesse an strategischen (Marketing-)Herausforderungen ihrer Kunden. Also ein gutes Plätzchen, die Decke aufzuschlagen und die Claims abzustecken – allen Risiken zum Trotz. Kreative Strategie und strategische Kreativität nannten wir das damals. marketing concepts & consulting war die erste Unterzeile – kurz: mc-quadrat.

Die Marke – irgendwo zwischen kreativem Mythos und kalkulierbarem Kapitalwert – stand im Fokus. Wir berieten und arbeiteten kreativ. Unser Marketingwissen im Hintergrund. Die Neugier auf die Spielregeln jedes Marktes im Vordergrund begleitet uns bis heute. Von Anfang an haben wir vor allem an und für Unternehmensmarken gearbeitet und immer die Grenzen zwischen Marketing und Corporate Communication überschritten. Wir haben erkannt, dass wir tatsächlich einen weißen Fleck entdeckt hatten, der sich in konkrete Aufträge formte, denn auf beiden Seiten war wirksame und kreativ-durchdachte Kommunikation gefragt. Wir waren angetrieben von Neugier und dem Willen, die Spielregeln des Marktes, der Marketingkommunikation als integrativen Bestandteil unserer Beratungsarbeit zu sehen und diese immer ein Stück weit zu verschieben. Dieser Wunsch und Ambition ist bis heute geblieben und wir stellen fest, es haben sich eine Menge der Spielregeln verändert.

Überhaupt Marketing-Kommunikation – immer eine „kaufmännische Zweckveranstaltung“.Das macht den Anspruch nicht geringer und die Freude an den Aufgaben erst recht nicht. Es hilft aber, den Blick auf das Wesentliche zu richten: Kommunikation muss wirken!

Als es 1997 losging, war Google noch nicht gegründet, nur wenige Kunden konnten wir per Mail erreichen, die damaligen Transferraten würden Herzrhythmusstörungen hervorrufen – aber schon eines der ersten Projekte würde man heute „digital“ nennen. Damals sprach man noch vom world wide web – in dieser ausgeschriebenen Form. Einen Verlag haben wir auf eine damals sehr innovative Art ins Netz gebracht. Haben mit dem Kunden gearbeitet, konzipiert, gestaltet, programmiert und ein CMS bereitgestellt. Bücher online vorzustellen und bestellbar zu machen war der erste so-called „Trend im Netz“. Die Seite blieb dann auch 8 bis 9 Jahre live – irgendwas haben wir also richtig gemacht. Sony Music kam vorbei und hat sich unsere Lösungen angesehen. „Wie geht das?“ als eine der vielen Fragen blieb uns aus diesem Meeting im Gedächtnis.

Und wir standen vor der Entscheidung, uns auf die Seite der Digitalagenturen zu stellen. Wir waren früher im Netz und weiter vorn als viele andere. Wir haben der Versuchung widerstanden und sind keine reine Digitalagentur geworden. Was wäre wohl passiert, wenn wir uns anders entschieden hätten? Wir wären nicht der Partner für unsere Kunden, der wir heute sind: Strategisch, kritisch, crossmedial denkend – nicht nur weil es gerade Trend ist, sowas von sich zu behaupten, sondern, weil es sprichwörtlich in unseren Genen steckt – Brücken zu schlagen und das Beste aus allen Seiten zu verbinden.

Jedes Jahr, manchmal sogar jeden Monat, haben wir Neues entdeckt. Neue Medien, neue Technologien, neue Spielmöglichkeiten mit immer leistungsfähigeren Programmen. Und wir hatten das große Glück, dass uns Kunden auch vor allem ihr Vertrauen schenkten, dieses „Neue“ gemeinsam zu erkunden. Keine Selbstverständlichkeit. Das ist uns sehr wohl bewusst – bis heute.

Es gab so viele „erste Male“ in 20 Jahren. Das erste Shooting in Südafrika, Mauritius und auf den Seychellen. Den ersten Kinospot, der deutschlandweit lief – ein Animationsfilm mit der Gewinnerin eines Berlinale Bären in dieser Kategorie. Animationen waren damals noch Handwerk mit der Kamera. Die erste bundesweite Außenwerbungskampagne. Die ersten Anfragen internationaler Kunden aus Europa, Kanada, China und USA. Der Traum eines Büros in New York, der dann am 11. September in Rauch aufging. Die erste App, das erste Exponat für die Bundeskanzlerin und viele weitere erste Male. Wir haben mit unglaublich vielen Kunden über ihre Märkte und Herausforderungen gesprochen: über Markenführung für Luxushotels, über die Positionierung einer namhaften Ost-Band, über den Relaunch einer Modehandelskette, über eine intermodale Mobilitätsmarke, bevor die Intermodalität überhaupt zum Thema wurde, über Marmeladenwerbung, darüber, ob die Softwaremarke zukünftig die Kaufentscheidung eines PKW dominiert, über das Marketing eines Schlafinstitutes, über die Vermittlung neuer Internettechnologien, über Smart Cities, über Cyber-, Daten-, und Energiesicherheit, über Antibiotika-Resistenzen und Gelbe Säcke und vieles, vieles mehr.

Das Schönste war dabei die Kombination aus diesen „ersten Malen“ und der wachsenden Expertise und Routine in allen Bereichen unserer Arbeit: Strategie-Beratung, Design-Kreation, Filmproduktion und digitale Entwicklung. Alles undenkbar ohne tolle Mitarbeiter. Natürlich gab es auch Trennungen – meist nach einer guten gemeinsamen Zeit. Aus Kollegen sind in manchen Fällen Kunden geworden. Nicht nur deswegen ist es wichtig zu sagen: Die Menschen bei mc-quadrat machen den Unterschied. Kompetent – professionell und sozial. Aufmerksam und engagiert. Beratend und unterstützend. Wissen und Erfahrung, die wir immer auch weitergeben wollten. Wir wurden im Jahr 2000 Ausbildungsbetrieb und sind es bis heute. Einige Auszubildende haben wir direkt übernommen, die meisten aber ins Studium geschickt, damit sie nicht irgendwann an „gläserne Decken“ stoßen – mit Erfolg! Wir haben Praktikanten die Chance auf Orientierung im Studium gegeben, Diplom- und Bachelorarbeiten betreut, Einstiegsqualifikationen ermöglicht und Schüler zu Gast gehabt.

Viele Kunden vertrauen uns – diesem Team – seit Jahren, wenn sie kreative Lösungen für ihre Herausforderungen suchen. Das macht uns stolz, aber vor allem dankbar. Der damit verbundene Erfolg war für uns immer auch soziale Verpflichtung. Wir wollen ein „good corporate citizen“ sein. Seit 17 Jahren – also bevor soziales Engagement von den Unternehmen CSR genannt wurde und auf die allgemeine Agenda kam – engagieren wir uns für soziale Projekte: nicht kurz, sondern langfristig. Das hilft, nicht abzuheben. Eine gute und notwendige Abwechslung zur „kaufmännischen Zweckveranstaltung“. Glück haben wir natürlich auch gehabt – und wir wurden vielfach weiterempfohlen und haben das immer als Anspruch verstanden, noch eine Schippe draufzulegen.

Überhaupt – Spezialisierung ist nicht unser Ding. Wir kratzen nicht gerne an der Oberfläche, sondern sind auf der Suche nach tiefliegenden Ebenen in verschiedenen Kompetenz- und Themenbereichen – das geht. Wir sind sicher, dass jedes Projekt davon profitiert. Nach 20 Jahren stellen wir fest: Die Mechaniken guter Kommunikation sind eben doch sehr ähnlich und weitaus weniger disruptiv als die Omnipräsenz dieses Begriffs auch in unserer Branche vermuten lässt. Man muss nur ständig neu lernen und entlernen. Besser werden – jeden Tag ein bisschen. Kein geringer Anspruch – aber alles andere wäre irgendwann langweilig.

Und das soll uns auch die nächsten 20 Jahre auszeichnen: professionelle Neugier im wahrsten Sinne. Gierig auf Neues. Gierig auf Anspruchsvolles. Denn es ist ein Privileg, so abwechslungsreiche Aufträge bearbeiten zu dürfen. Neue Märkte, Produkte, Services, Technologien, Kanäle, Audiences, Wirkungsweisen und vor allem immer wieder auch interessante Menschen. Als Partner, Kunden und vor allem Mitarbeiter. So macht das riesig Spaß.

Danke an alle, die ein langes oder kurzes Stück mit mc-quadrat gegangen sind!

 

 

Hinterlasse eine Antwort